PaPal-Konto-Deaktivierung

Schreck an Sylvester: Am 31.12. teilte uns twingle um 11:30 Uhr mit, dass PayPal unser Konto (EKBa-Spendenportal!) dauerhaft gesperrt habe wegen verdächtiger Kontobewegungen. Wir sollten die Zahlweise bei twingle runternehmen. Um 13:30 Uhr hatte ich mich bei PayPal durch diverse Chats zu einem Supportmitarbeiter durchgewählt, der sehr freundlich war: Es hätte ein fehlerhaftes Skript gegeben zur Meldung verdächtiger Kontobewegungen, in drei/vier Tagen sei das behoben. Als bis zum 10.01. nichts passiert war, fragten wir nach. Gründe konnte uns niemand nennen, die Deaktivierung ei nicht rückgängig zu machen, ein neuer Account könne vom selben Kontoinhaber nicht angelegt werden. Tipp: Wir sollten direkt an business-support@paypal.de schreiben. Am 15.01. freundliche Antwort: Bestätigung der dauerhaften Kündigung, Sperrung der zuletzt eingegangenen Gelder um eventuelle Forderungen zu begleichen. Rückfragen nur über die Kontaktelinks nicht als Antwort auf diese mail. Antwort war deutsch, aber offenkundig von einem indischen Mitarbeiter. Ich habe dennoch auf die mail geantwortet und freundlich und dringlich nochmals das Problem geschildert: reines Spendenkonto, auf das wir als 200 Jahre alte Institution mit 1 Mio Mitglieder dringend angewiesen sind. Bitte, das an Vorgesetzte weiterzuleiten. Nachts um 2 Uhr Antwort eines wiederum offenkundig indischen Mitarbeiters: Konto wieder freigegeben nach nochmaliger Prüfung.

1 „Gefällt mir“

Wahnsinn. Danke Dir für die Schilderung.

PayPal ist da leider kein Einzelfall. Auch wenn vielleicht der Bezug hinkt und es hierbei um eine andere Ebene geht: Ihr habt bestimmt mitbekommen, dass dem Obersten Ankläger des Internationalen Strafgerichtshofs auf Anweisung von Trump die Microsoft E-Mail Konten als auch seine persönlichen Bezahlmöglichkeiten gesperrt wurden.

Wir müssen raus aus den digitalen Abhängigkeiten von amerikanischen Unternehmen.

Für’s Spendenwesen ist das natürlich so eine Sache. Eingeübte Wege können auf Seite der Spenderinnen und Spender nicht so einfach umgestellt werden. Aus meiner Sicht ist der auf dem 39C3 ausgerufene an jedem 1. Sonntag im Monat stattfindende Digitale Unabhängigkeitstag schon mal ein erster guter Schritt.

Dabei geht es nicht um Dogmatik, sondern um ganz pragmatische erste kleine Schritte. (Hab da auch mal was zu geschrieben.). Und diese beginnen bei jeder einzelnen Person.

Ich hoffe, ihr habt jetzt erst mal Ruhe da.

Maik

1 „Gefällt mir“

Hat jemand in diesem Zusammenhang schon Erfahrungen oder Meinungen zu „WERO“ als europäische Alternative zu PayPal?

Danke und Grüße
Silke

Wero scheint aus Sicherheitsaspekten tatsächlich eine wirklich brauchbare Lösung zu sein. Allerdings ist die Nutzerfreundlichkeit noch nicht da, wo sie sein soll. Sie wollen 2026 eine Menge an „PayPal“-Like Funktionen nachbauen und somit sind sie im Prinzip zu früh auf den Markt gegangen.

Da es dadurch noch zu wenige Akzeptanzpunkte gibt, gibt es auch noch zu wenige Menschen, die es nutzen. Aber das könnte ausnahmsweise mal was werden.

tl;dr: Ja, im Auge behalten.

Maik

Perfekt, vielen Dank für deine Einordnung! LG Silke

Wahnsinn. PayPal hat da wohl eine sehr kurze „Zündschnur“, wenn es um das Sperren von Konten geht (was ja nicht immer schlecht sein muss). Wir habe gerade auch so einen Fall, wo eine unserer kirchlichen Buchungsstellen mangels interner Absprachen ein PayPal-Konto anlegen wollte, obwohl es für den Rechtsträger bereits ein PayPal-Konto gab. Allein das hat dazu geführt, dass das bestehende Konto auch gesperrt wurde. Zu den Gründen einer Sperrung findet man in der Regel nichts im Account.

Und Wero habe ich mir privat Anfang Dezember auch installiert, habe aber bisher noch keine Bezahlmöglichkeit gefunden. Für Institutionen wie uns ist es ja auch noch nicht zugänglich. Mal sehen, wann das wird. Aber grundsätzlich sehe ich es wie Maik, auch wenn eine Abhängigkeit der nächsten folgt. Nur wird diese hoffentlich besser. :wink:

Viele Grüße
Dirk

Für Wero sähe ich zunächst die private Akzeptanz höher. Also nicht mal eben per PayPal der Freundin via „Friends“ Funktion Geld rüberschieben, sondern via Wero.

Aber das ist das gleiche wie bei WhatsApp. Die Menschen sind halt sehr träge, was Wechselwilligkeit angeht.

Maik

1 „Gefällt mir“